Archiv für den Monat: November 2016

Ciao, Bella Italia! Die Freizeitassistenz im Urlaub

Ende August machten sich insgesamt elf junge Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf den Weg Richtung Italien. Eine Woche lang genossen sie Sonne und Meer, sammelten Muscheln, musizierten am Strand und hatten jede Menge Spaß.

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„Schön und cool“ ist Sonjas Beschreibung für den Urlaub und auch ich als Assistentin würde den Urlaub genauso beschreiben. Olsi, Liisa, Conni, Tini, Antti, Max, Andreas, Katharina, Kathi, Sonja und Eva haben die erste Septemberwoche gemeinsam an der Adriaküste verbracht, genauer gesagt in Ferrara. Als „schön und cool“ ist mir vor allem die gute Stimmung und der Zusammenhalt in der Gruppe in Erinnerung geblieben. Bereits am Anreisetag  war die Stimmung unter allen Urlauberinnen und Urlaubern übermäßig gut, was die neunstündige Autofahrt auch ein bisschen kürzer erscheinen ließ.

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Nach dem Bezug der Bungalows haben wir uns sogleich italienischer Kultur bedient und eine Pizza gegessen. Ein erster Spaziergang durch die Anlage ließ die Vorfreude auf die Woche steigen. Palmen, wunderschöner Sandstrand und schöne Restaurants haben das erste Bild geprägt. Vor allem aber auch das Animationsprogramm, welches Conni nach genauer Begutachtung mit dem Wort „spannend“ kommentiert hat. Eine äußerst passende Beschreibung wie ich finde.

Viel Zeit haben wir natürlich alle gemeinsam am Strand verbracht und abwechselnd Volleyball und Karten gespielt, getaucht und gelesen. Richtig lustig war auch das Wellenreiten mit dem Schlauchboot!

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An zwei Tagen haben wir uns die Städte Ravenna und Comacchio angesehen. Sonja ist vor allem die Tour mit einem 6-Sitzer Fahrrad sehr lustig in Erinnerung geblieben. Raus aus dem Rollstuhl und rein in den italienischen Straßenverkehr! Vorangefahren ist unser lieber Freund Lorenzo, welchen wir am Strand kennen gelernt haben. Er hatte die Idee mit den Fahrrädern und hat uns sogleich alle wichtigen Orte der Stadt gezeigt, inklusive eines Süßigkeitengeschäfts.

Mir ist vor allem die Autofahrt von Ravenna zurück zur Anlage sehr lustig in Erinnerung geblieben. Kathi, welche gefahren ist, Olsi und ich hatten große Schwierigkeiten den richtigen Weg nach Hause zu finden und sind einige Male stehen geblieben, sind umgekehrt und haben Leute nach dem Weg gefragt. Ständig begleitet vom Gelächter der jungen Damen auf der Rückbank. Nach einer Stunde Irrfahrt meinte Liisa: „Ich glaube, wir brauchen einmal jemanden Erwachsenen!“

Sehr genossen haben wir auch das gemeinsame Kochen und Essen. Unser lieber Freund Lorenzo hat uns gezeigt, wie man Muscheln auftaucht und zubereitet. Das war ein Festessen!

Eines der Highlights war für mich mit Sicherheit auch die spontane Jamsession von Kathi (mit der Geige) und Antti (mit der Gitarre) um Mitternacht am Strand. Da nachts in der Unterkunft und auch in unmittelbarer Nähe nicht wirklich viel los war, hatten wir die Idee selbst für Party zu sorgen. Und wo ginge das besser als am Strand? Als Tanzfläche eignete sich der Pavillon, der tagsüber für Hochzeiten genutzt wird, wirklich vorzüglich.

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Abschließend kann ich mich nur bei allen TeilnehmerInnen bedanken! Durch eure Spontaneität, euren Humor, eure Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit ist diese Woche zu einem richtig schönen Urlaub geworden!

Eva Linkeseder, Freizeitassistentin bei integration wien

„Ganz schön intim“

Kürzlich besuchten Fabian und ich gemeinsam den Workshop „Ganz schön intim“, vom Verein Selbstlaut. Hauptaufgabe des Vereins ist es, Aufklärungsarbeit zum Thema Sexualität zu leisten. Als Fabian und ich im Gemeinschaftsraum ankamen, trudelten nach der Reihe Conni und Michi, Christina und Theresa und Ralf und Georg ein. Darauf hin wurden wir von MitarbeiterInnen des Vereins freundlich in den Räumlichkeiten Willkommen geheißen.

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Danach besuchten wir je nach Interesse und Freude selbständig die einzelnen Stationen. Für Fabian und mich ging es an diesem Punkt natürlich sofort zu den Computern. Hier galt es verschiedenste themenbezogene Wörter richtig ihren Bedeutungen zuzuordnen. Nach ein paar kleinen Fragen und großteils „Eh schon Wissen“, sahen wir uns nach einer weiteren, für uns interessanten, Station um. Wir entschieden uns für ein Tischspiel, welches ähnlich wie Activity aufgebaut war. Ziel war es verschiedene Begriffe, wie zum Beispiel Klitoris, Orgasmus oder Sperma zu erklären, zu zeichnen oder pantomimisch darzustellen. So hatten wir die Gelegenheit unser Wissen und Schauspieltalent unter Beweis zu stellen. Nach anfänglichen kleinen Hemmungen dem Thema Sexualität gegenüber, schafften wir es offen darüber zu reden und das Eis zu brechen. Als besonders hilfreich stellte es sich heraus, meine Zeichenkünste dazu zu nützen, unbekannte Sachen aufzuzeichnen und zu erklären. Während die anderen TeilnehmerInnen des Workshops immer wieder bei dem Spiel ein und ausstiegen, blieben wir zwei bis zum Schluss. Der krönende Abschluss war es den Begriff „sich ausziehen“ pantomimsch darzustellen.

Mit erweitertem Wissen und großen Spaß an der Thematik verabschiedeten wir uns von allen anderen und traten unsere Heimreise mittels Öffis an.

Danke an die Mitarbeiterinnen des Vereins für diese tolle Möglichkeit der Teilnahme!

Andreas Sachsenhofer, Freizeitassistent bei integration wien

Verrückte Film-, Nasch-, Pizza- und Knabberparty der iwi-Gang

Die iwi-Gang wurde von Angie und mir auf Facebook zu einem Filmnachmittag zu mir in die WG eingeladen. Bevor die Sause losging wurde das Wohnzimmer mit Matratze, vielen Pölstern und Decken gemütlich gemacht.

Überraschenderweise sind alle Leute, die sich angekündigt hatten, kurz nach 16 Uhr eingetrudelt. Anwesend waren Ben und Maxl, Tini und Gabriel, Lisa und Angie, Ralf und Georg, Maya und Meli, Emre und Maggie sowie Vio und ich (Sabi). Am Tisch entstand ein leckeres Nasch- und Knabberbuffet mit den mitgebrachten Leckereien. Von Schokolade und Saft bis zu Popcorn und Nachos mit Käsesoße war für jeden etwas dabei.

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Nachdem sich die Gang gemütlich auf Couch, Matratze, Pölster und in ihren Rollstühlen platziert hatte und mit Speis und Trank versorgt war, konnten wir mit dem Filmspektakel loslegen.
Zum Einklang präsentierte uns Tini einen Kurzfilm von einem Voltigiertunier wo sie den 1. Platz abgestaubt hat. Tinis Kunststücke und Drehungen auf dem Pferd ließen uns staunen.
Nach Tinis Vorführung entschied sich die Gruppe für den von Emre mitgebrachten Film „Kung-Fu Panda 2“. Da Knabber- und Naschsachen kein wirklich sättigendes Essen sind, bestellten sich einige Mitglieder unserer Gang eine Pizza. Pizza war bestellt und los ging es mit dem Film.

Der Film war vollgepackt mit Kung-Fu-Action und Humor. Emre war besonders angetan von den Action-Szenen und machte mit voller Begeisterung bei den Kung-Fu-Schreien mit. Während des Films wurde die Pizza geliefert und verputzt. Kung-Fu Panda war zu Ende und nach einer kleinen Pause, in der Snacks und Getränke aufgefüllt wurden, ging es weiter mit dem Filmnachmittag, der zu dem Zeitpunkt bereits ein Filmabend war.

Ralf konnte uns noch für einen weiteren Film begeistern aus seiner mitgebrachten Asterix und Obelix Filmsammlung. Der Trupp entschied sich für den Film „Asterix, Obelix und Kleopatra“, der sich in Ägypten abspielt. Ralf bewies uns, dass er ein großer Asterix und Obelix Fan ist. Dies war bemerkbar dadurch, dass Ralf den Großteil des Textes auswendig mitsprach – in voller Lautstärke, so wie er leibt und lebt. Emre ließ sich von Ralfs Begeisterung mitreißen und sprach ebenfalls beim Film mit. Eins war uns klar, die zwei hatten ihren Spaß. Maggie, die genau zwischen den beiden saß, machte sich auf und suchte sich ein ruhigeres Plätzchen. Tini und Gabriel fanden es anscheinend entspannender als unsere Maggie. Die zwei machten es sich gemütlich und schliefen gleich am Anfang des Films ein. Uns war klar, Tini und Gabriel sind ein echt gutes Team, denn sie haben beide dieselbe Leidenschaft: SCHLAFEN.

Nach einem wilden Nachmittag beziehungsweise Abend voller herzhafter Lacher und lustigen Filmszenen war der Spaß um halb 9 vorbei und die iwi-Gang machte sich auf den Heimweg.

Sabrina Peceny, Freizeitassistentin bei integration wien