Archiv für den Monat: Mai 2016

Ein vielversprechender Discoabend

Es war Freitag später Nachmittag, und was könnte es da Besseres geben, als in die Disco zu gehen?

Der Club 21 bietet da so eine tolle Möglichkeit, und zwar gibt’s an Freitagen immer Disco für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen mit allem Drum und Dran…
Ich holte Liisa ab und wir fuhren mit den Öffis zur Währinger Straße. In der U-Bahn-Station entschieden wir uns noch, dass ich Liisa schminken sollte, bevor wir in die Disco gingen! Ganz spontan machte ich sie also noch ein wenig schick. Das Endergebnis war eine strahlende, wunderhübsche Liisa, bereit, um jedem Mann den Kopf zu verdrehen! 😉

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Nachdem wir die U-Bahnstation verlassen hatten spazierten wir noch durch die Gegend, quatschten über Gott und die Welt und hielten die Augen offen für ein nettes, kleines Café, in dem wir’s uns gemütlich machen könnten. Jedoch hatte nichts offen, was barrierefrei zugänglich war – na gut, flexibel wie wir sind, gingen/fuhren wir halt ein paar Runden durch die Gassen, bis wir uns dann in Richtung Club 21 aufmachten. Der sperrte nämlich erst um 18:30 Uhr auf. Dort angekommen trafen wir schon auf eine Gruppe wartender Menschen und kamen ins Gespräch. Nach ein paar Minuten wurde die Tür geöffnet und wir betraten das Café des Club 21. Es waren schon einige Discobegeisterte da, und es wurden immer mehr!

Wir zogen unsere Jacken aus, bestellten uns was zu trinken und zu essen und machten es uns gemütlich. Nach ein paar Minuten hatten wir einige liebe, interessante Menschen kennengelernt und mit ihnen geplaudert. Nachdem wir fertig gegessen hatten, gingen/fuhren wir in den Discoraum. Dort war die Musik schon voll im Gange; der hauseigene DJ legte abwechslungsreiche Musik auf, da war für jeden etwas dabei!

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Jetzt war es Zeit für die Tanzfläche! Wir bewegten uns zur Musik und genossen die entspannte Stimmung. Es dauerte nicht lange, da wurde ein junger, sympathischer Mann im Rollstuhl zu uns auf die Tanzfläche gebracht. Er konnte nicht sprechen, aber er verstand uns sehr gut und konnte sich mit Kopfnicken oder –schütteln verständigen. Liisa und er begannen zu kommunizieren, und ich merkte gleich die Funken zwischen den beiden… Liisa und ich rätselten, wie er denn wohl hieße und fragten ein paar Namen durch. Wir einigten uns, dass Alex am besten zu ihm passe. Wir staunten nicht schlecht,  als eine Betreuerin auf die Tanzfläche kam und ihn fragte: „Alex, magst du was trinken?“

Nach einiger Zeit bemerkte ich, dass Liisa und Alex sich gut verstanden und sich sehr zu einander hingezogen fühlten. Ihre Rollstühle standen sehr nahe zueinander, waren ihnen jedoch im Weg, so dass sich die beiden nicht näher kommen konnten. (So sehr sie es auch versuchten!)
Da kam mir die spontane, verrückte Idee, Liebesbotin zu spielen… Nachdem ich Liisa und Alex gefragt hatte, ob sie sich gerne einen Kuss geben würden, hob ich Liisas Rollstuhl hinten hoch und kippte ihn leicht zur Seite, sodass sich ihre und Alex’ Lippen berühren konnten!
Was für ein Erfolg! Es ist zu beschreiben unmöglich, wie ihre Augen danach strahlten. Es wurde gelacht, gerufen, gejuchzt, mit den Händen getanzt. Da wusste ich, wir waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Im Laufe des Abends trafen wir noch ein paar Bekannte. Ein Freund von Liisa aus ihrer Werkstätte war da, und ich kannte zwei liebe Leute aus einer anderen Werkstätte. Wir hatten viele nette, interessante und lustige Unterhaltungen, bis ein Mädchen, das wir dort kennenlernten, ein Gemeinschaftsfoto mit uns machen wollte. Tolle Idee!
So begab sich dann eine ganze Gruppe an RollstuhlfahrerInnen sowie ein paar gehende Menschen hinaus ins Café, wo wir uns aufstellten und ein paar Fotos von uns knipsten! Das war ein Spaß… Wie gut, dass wir die Erinnerungen dieses Abends auf Bildern festhalten konnten. Das Mädchen stellte als Hintergrundbild ihres Handys sogar ein Foto von Liisa, Alex und mir ein.

Leider verging uns die Zeit viel zu schnell. Wir hatten jede Sekunde genossen und versprachen uns, bald wieder zu kommen. Aber jetzt war es Zeit heimzufahren. Wir zogen uns an, verabschiedeten uns von allen und machten uns auf den Weg zur U-Bahn. Am Nachhauseweg beschrifteten wir noch ein Foto von Liisa und mir, das wir ihrem Vater zum Geburtstag schenken wollten. Dann ließen wir den Abend Revue passieren. Liisa sagte, dass sie mit diesem Abend ihren ersten Kuss hatte, und dass der Abend für sie unvergesslich bleiben werde. Damit war sie definitiv nicht die einzige.

In Liisas Wohnung angekommen überreichten wir ihrem Vater das Foto, welcher sich sehr darüber freute. Wir erzählten ihren Eltern von dem erfolgreichen Abend und plauderten noch ein wenig.
Als ich zurück in meine WG fuhr war ich müde aber erfüllt. Das war ein Abend, wie man ihn nicht alle Tage hat. Bereichernd, witzig, einzigartig, interessant – und ich war stolz, meine Rolle als Liebesbotin so erfolgreich ausgeführt zu haben. 🙂

Club 21, wir beehren dich gerne wieder!

Angelika Zach, Freizeitassistentin bei integration wien

Team Herzilein auf Entdeckungsreise im Schönbrunner Zoo

In Hietzing trafen Vio und ich auf Sandra und Ronja. Nachdem Ronja und Sandra die Hürde des defekten Aufzuges der U4 Station gemeistert hatten, rollten wir los. Das Wetter war sonnig und wir freuten uns bereits auf die vielen verschiedenen Tiere.

Im Zoo zog es uns als erstes zu den Panderbären, welche genüsslich ihren Bambus verspeisten. Auf unserer Entdeckungsreise durch den Zoo kamen wir an den Löwen vorbei, die es sich in der Sonne gemütlich machten.  Inspiriert von dem zufriedenen Dasein der Löwen, wollten auch wir uns etwas entspannen.  Wir machten es uns auf einer Bank mit Blick auf das Löwengehege gemütlich und verputzten unsere Jause.

Nach unserer Stärkung machten wir uns direkt auf den Weg zu den Geparden, die bevorstehende Fütterung wollten wir nicht verpassen.  In die erste Reihe geschummelt hatten wir einen super Blick auf die Geparden, während sie ihre ergatterten Fleischstücke verspeisten.

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Auf unserem Weg durch den Zoo kamen wir an einer Schminkstation vorbei, Vio malte uns Herzen auf unsere Handrücken als Erkennungszeichen. So machten wir uns als Team Herzilein auf den Weg zu den nächsten Tieren.

Weitere Highlights unseres Zoobesuches waren  die Robben, die im Wasser herumtollten und lustige Laute von sich gaben, die Affen die sich von Ast zu Ast schwangen und der Eisbär, der sich ein Bad genehmigte.

Langsam wurden wir müde und entschieden uns als letzte Station für die Elefanten. Mal wieder in die erste Reihe geschummelt hatten wir einen guten Blick auf einen kleinen Elefanten der zuerst mit einer Reifenschaukel spielte und sich dann um die Zeit zu vertreiben mit den älteren Elefanten anlegte.

Ronja und Sandra machten sich auf den Heimweg und Vio und ich entschieden uns den Nachmittag mit ein paar Eiskugeln ausklingen zu lassen.

Sabrina Peceny, Freizeitassistentin bei integration wien

Kunst bewegt – die Entdeckungsreise im Kunsthistorischen Museum geht in die 3. Runde

Es war wieder mal Zeit für die nächste Entdeckungsreise im Kunsthistorischen Museum. Der letzte Termin vor der Vernissage war angekommen. Nachdem alle nach und nach eingetrudelt sind, haben wir uns gleich wieder mitten ins Geschehen – das Museum – gemacht.

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

 

 

 

 

 

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

Dort waren wir dieses Mal auf der Suche nach KünstlerInnen, die sich selbst in ihrem Element, dem Malen, in einem Bildnis dargestellt haben. Wir gelangten zum Bildnis vom niederländischen Jan Vermeer, der sich selbst malend und seine Muse namens Klio posend dargestellt hat. Clara kannte wohl schon das Bildnis, und wusste gleich, dass es sich bei Klio um seine inspirierende Muse handeln müsste. Bevor es ran an die Stifte ging, besprachen wir erstmal das Gemälde. Zu sehen war der Künstler Jan, der vor einer Staffelei mit Leinwand saß, um die vor ihm sitzende Klio mit ihrem blauen Lorbeerkranz abzumalen. Besonders auffallend waren die kräftigen blauen Farben und wir fragten uns, wie die KünstlerInnen damals zu solch kräftigen Farben kamen.

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

 

 

 

 

 

 

Ilona erklärte uns wie man eigentlich Farben herstellt und dass es 3 Grundfarben gibt, woraus man alle möglichen Farben selbst mischen und herstellen kann. Rot, Gelb und Blau werden so aus verschiedensten Rohstoffen, wie Erde, Stein, Blumen mit Eiern und Leinöl vermischt. Nachdem wir alle das Bild abgezeichnet haben, bekamen wir erstmal Kuchen und Co. im Atelier. Bevor die nächste Malsession losging, durften wir erstmal rotes, gelbes und blaues Farbpulver mit Ei vermischen um unsere eigene Farbe herzustellen.

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

©Nick Mangafas / Hunger auf Kunst und Kultur

 

 

 

 

 

 

Da wir alle schon eingespielte und geübte KünstlerInnen sind, durften wir schon wie Profis an echten Leinwänden auf Staffeleien mit selbsthergestellter Farbe malen. Die Zeit verflog wieder einmal ziemlich schnell. Zum Schluss wurden noch alle KünstlerInnen mit ihrem/seinem Bildnis fotografiert. Da war auch schon der kreative und spannende Nachmittag, der uns sicher noch länger in Erinnerung bleiben wird, wieder vorbei. 🙂

Simone Fidler, Freizeitassistentin bei integration wien