Video-Konferenzen und Englisch-Stunden mit Vicky in der Corona-Zeit

Als wir von den Ausgangsbeschränkungen erfahren haben, waren Vicky und ich uns sicher, dass unsere Treffen deswegen nicht aufhören werden. Und so waren wir uns schnell darüber einig, dass wir die Treffen einfach in einen anderen Raum verschieben – und zwar in den virtuellen Raum der Video-Chats.

Interessant war es, einander in einer heimeligen Umgebung zu sehen, in Pyjamas am Bett sitzend (oder manchmal auch liegend) zu plaudern und Ideen für die Bewältigung der Langweile während der Quarantäne auszutauschen.

Nach ein paar Video-Konferenzen war es aber klar, dass man nicht ewig über den eigenen Alltag reden kann, insbesondere wenn dieser hauptsächlich in Pyjamas und an einem Ort abläuft. Und so sind wir auf die Idee gekommen, dass wir wärend unserer Video-Konferenzen Englisch lernen.

Vicky hatte schon ein paar englische Bücher, die wir verwenden konnten, und gemeinsam mit einigen online Tipps und Unterlagen sind unsere Englisch-Stunden richtig produktiv geworden. Wir haben gesungen, Bilder mit dazu passenden Wörtern verbunden, Rätsel gespielt oder sind einfach mit der Kamera in der Wohnung herumgegangen und haben geraten, wie die Gegenstände, die wir jeden Tag benutzen, auf Englisch heißen.

Obwohl wir unsere „reale“ Treffen kaum erwarten können, sind wir froh, dass wir eine kreative Lösung, die uns Spaß macht, gefunden haben und, dass wir die Quarantäne mit neu erworbenen Fähigkeiten verlassen können.

Ein Beitrag von Jelena Cekerevac, Freizeitassistentin bei integration wien

Ein Tag im G3 mit Liisa

Schon Wochen vorher hatte Liisa mich gefragt, ob ich mit ihr und ihrem Club ins G3 Shoppingcenter mitfahren möchte. Ich willigte natürlich ein.

An einem Freitag Nachmittag holte uns ein Fahrtendienstbus von Liisas Wohnung ab und brachte uns erstmal in den CBMF – den Club behinderter Menschen und ihrer Freunde, wo ich viele von Liisas Freunden kennenlernen konnte.
Bei einem Getränk und Keksen besprachen wir, was für den heutigen Ausflug alles geplant war und anschließend stiegen wir in mehrere Fahrtendienstbusse, die uns ins G3 brachten. Am Weg dort hin hörten wir Musik und beredeten, wohin wir zuerst wollten.

Dort angekommen, machten wir uns einen Treffpunkt aus, und Liisa und ich stürmten als erstes in ein Kleidungsgeschäft, in dem wir uns Socken im Partnerlook kauften.
Wir sahen uns der Reihe nach alle Geschäfte in dem Einkaufszentrum an, unter anderem ein Schokoladengeschäft, welches Liisa besonders gut gefiel. Nach dem Anblick der ganzen Schokolade bekamen wir Hunger und setzten uns in ein asiatisches Restaurant, wo wir nach der ganzen Aufregung ein bisschen zur Ruhe kamen und zu Abend aßen. Anschließend verewigten wir uns noch auf einer Tafel im G3.

Danach war es leider schon wieder so weit: wir mussten uns auf den Weg nach Wien machen. Davor holten wir uns allerdings doch noch eine Nachspeise im Schokogeschäft, die wir im Bus zu uns nahmen.
Wir quatschten noch die ganze Fahrt darüber, was uns am besten gefallen hatte, und kamen müde zu Hause an.

Ein Beitrag von Flora Schuster, Freizeitassistentin bei integration wien

Zu Gast im Palast der Pferde

Heute werfen wir mal einen kleinen Rückblick auf letztes Jahr. Es war ein herrlich strahlender Februartag, an dem wir uns – von heftigen Windböen begleitet – auf den Weg zur Donauinsel machten.

Denn dort war für kurze Zeit der „Palast der Pferde“ errichtet worden. Severin hatte zuvor schon oft von einem Pferde-Zirkus geschwärmt. Deswegen nutzten wir die Gelegenheit, einen solchen live zu erleben. Die Vorfreude von Severin war sehr groß und als wir unser Ziel erreicht hatten, nutzten wir die restliche Wartezeit für einen Snack – denn Severin hatte von zu Hause selbstgemachte Küchlein mitgebracht 🙂 Danach machten wir uns auf den Weg zu unseren Tribünenplätzen und die Vorfreude stieg noch weiter an.

Während wir auf den Beginn der Show warten, wird die Zeit mit Späßen vertrieben.

Das Innere vom Zelt war verdunkelt und gleichzeitig mit kleinen, bunt strahlenden Lichtern ausgeleuchtet, was eine bezaubernde Stimmung schaffte. Als dann die Letzten ihre Plätze gefunden hatten, begann die lang ersehnte Vorführung.

Mensch und Tier betraten die Manege. Die nachfolgende Show-Darbietung konnte wohl alle Erwartungen Severins erfüllen: Das Märchen vom Zauberbuch führte das Publikum an verschiedenste Orte der Fantasie und erzählte dabei die Geschichten von magischen Fabelwesen. Friesenpferde, Andalusier, Araber, Lipizzaner und Ponys versetzten das Publikum mit ihren Dressuren ins Staunen. Als das Zauberbuch nach nahezu 3 Stunden zu Ende war, wollten wir die Gelegenheit nutzen, um die Pferde „hinter den Kulissen“ zu besuchen. Also gingen wir in das Zelt, in dem die Tiere untergebracht waren. Mit einer Mischung aus Begeisterung und Zaghaftigkeit wurde den Pferden „Hallo“ und „Tschüs“ gesagt und so machten wir uns anschließend wieder gemütlich auf den Heimweg. In der Straßenbahn war Severin von den pferdehaften Eindrücken des Tages noch sichtlich angetan. Ich denke, wir können uns noch lange an der Erinnerung erfreuen 🙂

Ein Beitrag von Gudrun Bumberger, Freizeitassistentin bei integration wien