Bereits zwei Mal traf sich die Gruppe von Teilhabe Teilgabe, um auch dieses Jahr wieder über (gesellschafts-)politische Themen zu reden, lernen und diskutieren.
Beim ersten Treffen wurde das Thema Inklusion und Exklusion besprochen und es wurde gemeinsam überlegt, was Inklusion bedeutet, welche Menschen in unserer Gesellschaft von Ausgrenzung betroffen sind und was es braucht, damit Inklusion langfristig wirklich funktioniert. Gemeinsam wurde darüber gesprochen, was es bedeutet, dazuzugehören – und welche Barrieren Menschen daran hindern können, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Die Teilnehmenden brachten viele persönliche Erfahrungen ein, wodurch ein lebendiger und offener Austausch entstand.

Im März traf sich ein Teil der Gruppe bei einem Netzwerktreffen im Selbstvertretungszentrum, wo über das Thema „Lohn statt Taschengeld“ gesprochen wurde. Die Gruppe konnte sich mit anderen Selbstvertreter*innen austauschen, neue Perspektiven kennenlernen und wichtige Infos mitnehmen. Besonders toll war das Treffen vor allem für einen Teilnehmenden, da er so das SVZ kennenlernen durfte, das direkt in seiner Nachbarschaft liegt.
Darauf aufbauend wurde beim Gruppen-Termin im April über das Thema Arbeit gesprochen. Gemeinsam haben wir überlegt, was Arbeit für uns bedeutet, welchen Stellenwert Beschäftigung bei den Teilnehmenden gerade hat und was Arbeit für uns ausmacht.
Nachdem der Fokus heuer klar bei politischer Teilhabe und Teilgabe liegt und somit Partizipation im Vordergrund steht, wurde auch darüber gesprochen, wie diese nun zu den besprochenen Themen aussehen kann.
Die Teilnehmenden haben erarbeitet, wie sie ihre Anliegen sichtbar machen und aktiv Einfluss nehmen können – sei es durch Gespräche mit Entscheidungsträger*innen, die Beteiligung an Netzwerken oder das Einbringen eigener Erfahrungen in öffentliche Diskussionen.
Dabei wurde deutlich, dass politische Teilhabe viele Formen annehmen kann: von kleinen Schritten im Alltag bis hin zur Mitwirkung an größeren gesellschaftlichen Prozessen. So konnte ein Teilnehmender durch den Kurs für sich feststellen, dass Exklusion für ihn bedeutet, dass er bestimmte Texte, Beschreibungen, Briefe oder Anleitungen im Alltag nicht versteht. Gemeinsam wurde über eine Lösung nachgedacht und mit der Unterstützung der ganzen Gruppe konnte der Teilnehmende festlegen, was er in solchen Situationen macht. So wird er in Zukunft ein Foto vom betroffenen Text auf ChatGPT laden und um eine Umformulierung in einfache Sprache bitten. Das wird er in den kommenden Wochen mit seinen Assistent*innen vom TBW üben und damit einen Beitrag gegen seine Exklusion von der Gesellschaft leisten!
Diese praxisnahen Überlegungen stärkten nicht nur das Bewusstsein für die eigenen Rechte, sondern auch das Vertrauen der Teilnehmenden in die eigene Stimme. Ziel ist es, die erarbeiteten Ansätze in den kommenden Monaten weiterzuentwickeln und aktiv umzusetzen.
