Kind hält die Hand eines Erwachsenen – Symbol für Unterstützung, Vertrauen und Begleitung für Familien von Kindern mit Behinderungen durch die Beratungsstelle für vorschulische und schulische Integration.

Viele Familien von Kindern mit Behinderungen stoßen im Alltag auf strukturelle Hürden – etwa in der Kinderbetreuung oder bei Therapieplätzen. Das Team der Beratungsstelle für (Vor-) Schulische Integration unterstützt Eltern dabei, Orientierung zu finden und passende Lösungen zu entwickeln.

Diese Fallgeschichte wurde bereits vor einigen Jahren veröffentlicht – und ist leider bis heute hochaktuell. Für diesen Beitrag wurde sie in adaptierter Form neu aufbereitet.
Sie steht exemplarisch für die Erfahrungen vieler Familien von Kindern mit Behinderungen.

„Es fehlt an Ressourcen“ – eine Erfahrung, die viele teilen
Eltern von Kindern mit Behinderungen werden oft früh und sehr direkt mit strukturellen Mängeln im System konfrontiert.
Die folgende Geschichte ist kein Einzelfall.

Wie viele andere Eltern habe ich mir bereits vor der Geburt meines Kindes Gedanken über die Karenzzeit gemacht und mich über Kinderbetreuung informiert. Die Auswahl schien groß.
Doch es kam anders.
Bei meinem Kind wurde eine Behinderung festgestellt. Meine Verunsicherung wuchs – nicht meinem Kind gegenüber, sondern gegenüber dem System.

Durch den Behördendschungel
Die ersten, so wertvollen Lebensmonate waren geprägt von zahlreichen Terminen: bei Ärzt*innen, bei Behörden sowie vom Ausfüllen von Anträgen.

Ich stellte Anträge auf Leistungen wie erhöhte Familienbeihilfe und Pflegegeld. In der Pensionsversicherungsanstalt erhielt ich die Auskunft:
„Ihr Kind ist noch zu jung. Es gibt kein Pflegegeld.“

Mobile Frühförderung wurde zwar bewilligt – dennoch mussten wir mehrere Monate darauf warten.
Der Grund: fehlende Ressourcen.

Auch bei der Suche nach Therapien zeigte sich schnell:
„Tut uns leid, wir haben Aufnahmestopp.“
„Wir führen keine Warteliste – das ist derzeit nicht sinnvoll.“
Es fehlen Ressourcen.

Kindergartenplatz? Ja, aber …

Bei der Suche nach einem Kindergartenplatz wurde schnell klar:
Mein Kind hat nicht die gleichen Möglichkeiten wie andere Kinder.

Private Einrichtungen erklärten:
„Gerne würden wir Ihr Kind aufnehmen, aber uns fehlen die entsprechenden Ressourcen.“
Mir wurde empfohlen, Assistenz selbst zu organisieren oder eine Kostenübernahme zu klären.

Die Rückmeldung: Dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage.
Ein Platz in einem städtischen Kindergarten?
Erst ab dem dritten Lebensjahr – und nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Die Bedeutung von Unterstützung
Ich wollte – und musste – wieder berufstätig sein.
Es ist mein Recht als Frau, berufstätig zu sein.
Ich möchte auch nicht vom Staat abhängig sein – damit ist auch die Armutsspirale vorprogrammiert, mit Auswirkungen bis hin zu den Pensionsansprüchen.

Zudem zeigt sich aufgrund meiner Erfahrung, dass ich viele notwendige Therapien für mein Kind privat finanzieren muss.

Über andere Eltern erfuhr ich schließlich von der Beratungsstelle für (Vor-) Schulische Integration von integration wien.

Beim ersten Beratungsgespräch war mir schnell klar:
Die Beraterin weiß, wovon ich spreche, sie hört mir zu, stellt die richtigen Fragen und versucht gemeinsam mit mir Lösungen zu entwickeln.

Was mich dabei besonders gestärkt hat:
Es wurde von Anfang an klar gesagt:
Mein Kind hat das Recht auf Bildung – auf ein Bildungssystem mit allen Kindern, von Beginn an.

In der Beratungsstelle erhielt ich Unterstützung bei der Suche nach einer passenden Betreuung:
Eine Tagesmutter begleitete mein Kind zwei Jahre lang.
Ab dem vierten Lebensjahr konnte mein Kind eine Integrationsgruppe in einem städtischen Kindergarten besuchen.

Mittlerweile weiß ich:
Das ist keine Selbstverständlichkeit.
Doch auch dort bestehen Einschränkungen:
Aufgrund von Personalmangel und fehlender Assistenz ist eine Betreuung oft nur bis maximal 14 Uhr möglich.

Wieder zeigt sich: Es fehlen Ressourcen.
Und die nächste Herausforderung steht bereits bevor – die Schule.
Auch dort ist unklar, ob ausreichend Unterstützung für mein Kind zur Verfügung stehen wird und ob mein Kind einen Platz in einer Integrationsklasse erhalten wird.

Wir sind stark – und wir müssen es oft sein
Mein Kind hat viele Fähigkeiten und Kompetenzen entwickelt – und wird diese weiterentwickeln.
Das verdanken wir seiner eigenen Stärke, aber auch meinem kontinuierlichen Einsatz und den Ressourcen, die ich aufbringen kann.
Dieser Weg ist jedoch herausfordernd.

Die ständige Konfrontation mit strukturellen Barrieren bedeutet für viele Familien:
Erschöpfung, Unsicherheit, Frustration und das Gefühl von Ungleichbehandlung.
Diese Erfahrungen zeigen deutlich:
Es braucht verlässliche Strukturen, ausreichend Ressourcen und einen gesicherten Zugang
zu Unterstützung – damit Familien nicht gezwungen sind, systemische Lücken selbst zu kompensieren.

Gleichzeitig möchte ich anderen Eltern Mut machen: Holen Sie sich Unterstützung.

In der Beratungsstelle für (Vor-) Schulische Integration habe ich mich vom ersten Moment an verstanden gefühlt, viele Informationen erhalten und wurde in meiner Situation gestärkt.

Ein Satz ist mir besonders im Gedächtnis:
Ihr Kind ist gut so, wie es ist.

Und dennoch:

Ich bleibe stark.
Ich glaube an mein Kind.
Und ich setze mich dafür ein, dass es die gleichen Rechte und Chancen erhält wie andere Kinder – auf Bildung, Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben.

Unsere Erfahrung aus der Beratungsstelle:
Diese Fallgeschichte steht exemplarisch für viele Familien, die wir begleiten. Sie zeigt, wie wichtig verlässliche Strukturen, ausreichende Ressourcen und ein klarer Zugang zu Unterstützung sind.

Sie müssen diesen Weg nicht alleine gehen
.
Das Team VorSchulische Beratung unterstützt Eltern dabei, passende Lösungen zu finden, Ansprüche zu klären und ihr Kind bestmöglich zu begleiten – insbesondere bei Fragen zu Kindergarten, Schule und Nachmittagsbetreuung in Wien sowie auch beispielsweise bei Pflegegeld, Therapien und finanziellen Unterstützungsleistungen.

 📞 01/789 26 42 – DW 12, DW 22 und DW 31
📧 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
👉 www.integrationwien.at/schule

Melden Sie sich bei uns – gemeinsam schaffen wir Orientierung im System.

 

O P logo FSW RGB

integration wien

Tannhäuserplatz 2/1
1150 Wien
Telefon: 01 / 789 26 42
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
www.integrationwien.at/schule